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12.07.2017

Arbeitslose Frauen: „Mitten im Leben“

Am 12. Juli 2017 ist die Wanderausstellung „Mitten im Leben“ im Landratsamt Neubrandenburg, Platanenstraße 43, eröffnet worden. Dreizehn langzeitarbeitslose Frauen haben zunächst die grundsätzliche Frage beantwortet „Was bedeutet für mich und meine Familie Arbeitslosigkeit?“. Und sie haben beschrieben, was es für sie heißt „Mitten im Leben“ zu stehen.
Der Stellvertretende Landrat und Beigeordnete Thomas Müller sprach von einer sehr mutigen Ausstellung zu einem unbequemen Thema. Die Frauen, die alle im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zu Hause sind, geben sehr persönliche Gedanken preis und sprechen offen über ihre Lage. „Wie viel Überwindung muss sie das gekostet haben?“. Und er hob hervor, dass alle Frauen Mütter sind, und dass sie sich alle eine gute Entwicklung für ihre Kinder wünschen. Diese Ausstellung macht aufmerksam auf den harten Alltag in Arbeitslosigkeit, aber sie macht auch optimistisch. „Denn jede von ihnen entlässt uns mit sehr viel Hoffnung und Energie für einen Neustart.“
Das ist das eigentliche Ergebnis der Ausstellung, die Teil eines Projektes vom Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung Neustrelitz (ISBW) ist. Die Frauen konnten in kleinen Gruppen und in Einzelgesprächen ihre Ängste und Sorgen äußern. Zugleich wurden sie beraten und unterstützten sich gegenseitig, wie Kathleen Wirth und Martina Witt-Vogel vom ISBW bei der Ausstellungseröffnung berichteten. Sie lasen in Auszügen die bewegenden Antworten der Frauen vor. Beispielsweise von Yvonne: „In der Bevölkerung steht der Begriff „HartzIV“ oft für Faulheit; gern werden alle über einen Kamm geschert. Ich schäme mich, dass ich keinen Job fand.“
Mit Hilfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Regionalbeirates für Arbeit und Strukturentwicklung Mecklenburgische Seenplatte ist das Projekt „Mitten im Leben“ finanziert werden.
Bis zum 28. Juli 2017 ist die Ausstellung in der Platanenstraße zu sehen. Anschließend wird sie in Woldegk, Burg Stargard, Malchin, Demmin, Altentreptow und in Feldberg zu sehen sein.