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27.11.2017

Wieder kurze Fahrt zur Autobahn über Alt Gaarz

Ab kommenden Dienstagmittag, 28. November, gibt es wieder freie Fahrt über die Kreisstraße MSE 2 (frühere MÜR 1) zwischen der Bahnbrücke bei Sophienhof über Neu und Alt Gaarz (Gemeinde Jabel) bis zum Kreisverkehr mit der Landesstraße 20. Dieser Abschnitt ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Verbindung aus der Mecklenburgischen Seenplatte von der Bundesstraße B 108 in Richtung A 19 zur Anschlussstelle Linstow. Sie ist die kürzeste Verbindung von Waren zur Autobahn A 19 in Richtung Norden mit hoher Verkehrsbedeutung und einem hohen Anteil Schwerlastverkehr.

„Sehr gut“, sagt selbst Landrat Heiko Kärger. „Denn auch ich habe etwas gemurrt, als ich die große Umleitung fahren musste, um von Waren zur A 19 in Richtung Rostock zu kommen.“ Aber es sei nun mal aus verschiedensten Gründen nicht möglich gewesen, den Ausbau der Kreisstraße unter halbseitiger Sperrung vorzunehmen, zumal die Baumaßnahme in drei großen aufeinander folgenden Bauabschnitten realisiert werden musste. „Jedenfalls bin ich sehr froh, dass wir diesen Teil der Kreisstraße jetzt in kürzester Zeit in einem verkehrsgerechten Zustand haben“, so der Landrat bei einer Baustellenbesichtigung mit Hajo Schütt, dem Sachgebietsleiter Tiefbau im Bauamt, wenige Tage vor der Verkehrsfreigabe.

Der Bereich hatte vielfältige Defizite und Mängel. So entsprach der Straßenaufbau nicht mehr den gestiegenen Anforderungen der Verkehrsbelastung. Es gab Schadstellen wie Längs- und Querrisse sowie Fahrbahnausbrüche an den Rändern, weil die Fahrbahn nicht breit genug war. Eine große Herausforderung für alle am Bau Beteiligten war die enge zeitliche Abstimmung der einzelnen Baumaßnahmen.
Für den ersten Bauabschnitt zwischen der Bahnbrücke Sophienhof und Alt Gaarz wurde im März 2017 die Firma Georg Koch GmbH aus Malchin mit der Erneuerung von 3.800 Metern Straßendecke beauftragt.
Unmittelbar danach folgte vom Kreisverkehr bei Cramon ausgehend der 2. Bauabschnitt bis August. Der 3. Bauabschnitt wurde zwischen August und November fertiggestellt. Hier war allerdings ein sogenannter grundhafter Ausbau erforderlich, d.h. die Straße wurde komplett neu aufgebaut. Davon wurden 2250 Meter von den Bauleuten der IMMIG Bau Müritz GmbH & Co. KG ausgeführt. Im Anschluss daran war die Firma KEMNA Schwerin Tief- und Straßenbau GmbH beauftragt. Insgesamt sind 3,5 Kilometer Straße wieder hergestellt worden. Die Ausführungsunterlagen und die Bauüberwachung lagen in den Händen des Warener Ingenieurbüros Klaeser,
Wie Hajo Schütt, sagte, kostet das gesamte Vorhaben unter dem Strich mehr als 2,1 Millionen Euro. Das umfasst neben den Bau- und Planungskosten auch den Aufwand für landschaftspflegerische Maßnahmen, Wiederaufforstung, Grunderwerb, Vermessungsleistungen und Kontrollprüfungen. Vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung M-V werden dem Landkreis für alle drei Bauabschnitte etwa. 1,1 Mio. Euro aus dem Förderprogramm zum kommunalen Straßenbau zur Verfügung gestellt.

„Weil wir zur Verbreiterung der Fahrbahn Teile des anliegenden Waldes roden mussten, waren dafür neue Gehölze zu pflanzen, um den Eingriff in den Wald auszugleichen. Der Ausgleich ist mit einer Aufforstung von 1,535 ha Wald in der Gemarkung Hohen Wangelin schon vorgenommen worden. Ebenfalls haben wir entlang der Ausbaustrecke 172 Bäume wie Winterlinde, Stieleiche, Spitzahorn als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme pflanzen lassen“, erklärte Hajo Schütt.


Foto: Landrat Heiko Kärger und Hajo Schütt an der Baustelle bei Neu Gaarz