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Auskünfte an die Presse erteilt die Pressesprecherin Haidrun Pergande.


19.12.2019

Zur möglichen Kooperation mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte möchte sich dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) anschließen. Diese Vision von Landrat Heiko Kärger ist bekannt. Aber wäre so ein Anschluss sinnvoll? Wäre er bezahlbar? Würden die Menschen in der Region davon einen Nutzen haben? Und wenn ja, wie kann sich ein Landkreis in einen Verkehrsverbund benachbarter Bundesländer integrieren? Diese und viele weitere Fragen wurden Fachleuten gestellt und eine Machbarkeitsprüfung für den Landkreis in Auftrag gegeben. Das unabhängige Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastrukturfragen IGES in Berlin hat nun am 18. Dezember 2019 Ergebnisse seiner Untersuchungen vorgestellt:
Die beiden entscheidenden Empfehlungen lauten: Ein Anschluss an die Metropolregion sollte für den gesamten Landkreis erfolgen. Und: eine Tarifkooperation sollte in einem ersten Schritt der vollen Mitgliedschaft im Verkehrsverbund vorgezogen werden. Denn mit einer Tarifkooperation zwischen dem Landkreis und dem VBB würde die Tarifgrenze aufgehoben. Das heißt, man könnte mit einem preisgünstigeren Ticket zwischen Berlin und Demmin und im gesamten Kreisgebiet mit Bus und Bahn fahren.
Mit vereinten Kräften von Verwaltung und Politik ließe sich eine Kooperation innerhalb der nächsten drei Jahre abschließen. Eine Vollintegration des Landkreises in den VBB würde einen Beitritt als Gesellschafter bedeuten. Abgesehen davon, dass damit ein hoher Finanzierungsaufwand verbunden wäre, würde ein Beitritt keinesfalls kurzfristig zu realisieren sein, so die Aussage der Fachleute.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte könnte im Falle einer Kooperation mit dem VVB mit deutlich mehr Touristen, vor allem Tagesgästen, aus dem Berliner Raum rechnen. Berufspendler hätten deutlich weniger Fahrtkosten zu zahlen. Zweifellos würde der Landkreis an Attraktivität als Wohnstandort und als Wirtschaftsstandort gewinnen. Das Fazit ist eindeutig: Eine Kooperation mit dem VBB hätte deutlich positive Effekte für die volkswirtschaftliche Entwicklung des gesamten Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.
Zu Beginn des neuen Jahres wird der Landkreis den ausführlichen Bericht vom IGES Institut erhalten und sich intensiv damit befassen. Wie der Leiter des Amtes Zentrale Dienste/Schulverwaltungsamt, Dirk Rautmann, sagte, müsse zügig geklärt werden, welche Position das Land Mecklenburg-Vorpommern und der VBB zu einem solchen Vertrag beziehen. „Unser Ziel ist es, dem Kreistag so schnell wie möglich eine Vorlage zur Grundsatzentscheidung mit einem ‚Ja‘ zur Kooperation zur Entscheidung vorzubereiten“, sagte der Amtsleiter.