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Afrikanische Schweinepest

Landrat erlässt Allgemeinverfügung

Landrat erlässt Allgemeinverfügung

Im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte am 31. Oktober 2020 in Abstimmung mit dem Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald und der Landesregierung eine Allgemeinverfügung erlassen. Sie tritt am 1. November 2020 in Kraft.

Nachdem ASP im Nachbarland Brandenburg an der Grenze zu Polen ausgebrochen ist, besteht neben dem hohen Risiko der Einschleppung über kontaminierte Lebens- oder Futtermittel, Kleidung oder Fahrzeuge durch den Personen- und Fahrzeugverkehr auch ein hohes Risiko der Einschleppung durch Bewegungen von Schwarzwild. In dieser Situation kommt der Früherkennung des Eintrags der ASP in die Wildschweinepopulation Mecklenburg-Vorpommerns eine erhebliche Bedeutung zu, da die schnellstmögliche Erkennung eine wesentliche Voraussetzung für wirksame und effektive Bekämpfungsmaßnahmen ist. Aufgrund der geringen Entfernung der Ausbrüche im Nachbarbundesland Brandenburg sind Maßnahmen zur verstärkten Bejagung der Wildschweine, zur verstärkten Fallwildsuche und zur Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest in den an Brandenburg angrenzenden Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns erforderlich.

Wie der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Dr. Guntram Wagner erklärt, ist die intensive Bejagung der Wildschweinpopulation aufgrund des hohen Schwarzwildbestandes ein anerkanntes Mittel zur Verhinderung des Aufbaus von Infektketten innerhalb des Schwarzwildbestandes. „Die jetzige Anordnung einer verstärkten Fallwildsuche und die Beprobung aller toten Wildschweine, aber auch aller erlegten Wildschweine, soll die frühzeitige Erkennung des Eintrags der ASP in unseren Landkreis sichern“, so Dr. Wagner. Nur bei rechtzeitiger Erkennung des Eintrags könne eine Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erfolgreich sein.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine seuchenhafte Erkrankung der Schweine und Wildschweine, die bei diesen Tieren nach kurzer, schwerer Krankheit tödlich verläuft. Menschen sind für diese Krankheit nicht empfänglich, sie können nicht daran erkranken.

Zum Inhalt der Allgemeinverfügung:

Die Jäger sind aufgefordert, in bestimmten Gemeinden die Jagd auf Wildschweine zu verstärken bzw. den bereits starken Jagddruck aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig wird eine verstärkte Suche nach Fallwild angeordnet.

Alle erlegten Wildschweine und alle verendet aufgefundenen Wildschweine, auch Unfalltiere und verweste Kadaver, müssen beprobt und auf Afrikanische Schweinepest virologisch untersucht werden. Dazu müssen die Jäger von allen erlegten Wildschweine Blutproben entnehmen.
Bei verendeten Wildschweinen sind entweder Blutproben oder Tupferproben mit bluthaltigem Material zu entnehmen und zusammen mit einem Probenbegleitschein zur Untersuchung an das Veterinäramt abzugeben. Die Abgabestellen, an denen auch de erforderlichen Tupfer, Blutröhrchen und Probenbegleitscheine zu erhalten sind, entsprechen im Wesentlichen den Abgabestellen für die Trichinenproben:

  • im Veterinäramt Neubrandenburg, Gartenstr. 17 oder Waren, Zum Amtsbrink 2,
  • in den Bürgerservicezentren in Neubrandenburg (Lindenstr. 63),
  • Neustrelitz (Woldegker Chaussee 35) und
  • Demmin (Adolph-Pompe-Str. 12-15)

bei den bekannten Abgabestellen für Trichinenproben:

- TÄ Putzke (Carwitzer Chaussee 19 a, Feldberger Seenlandschaft),

- Dr. Frank Dieffenbacher (Strelitzer Chaussee 262C, Neustrelitz),

- Dr. Grune (Strelitzer Str. 19A, Mirow),

- Wildsammelstelle Wilfahrt  (Mühlendamm 7, Woldegk)

Das von der Allgemeinverfügung betroffene Gebiet umfasst

- im Amt Friedland die Gemeinde Galenbeck, die süddöstlich der B 197 befindlichen Gebiete der Stadt Friedland und in der Gemeinde Datzetal den Ort Sadelkow. 

- im Amt Neverin  die Gemeinde Sponholz

- alle Gemeinden in den Ämtern Woldegk und Stargarder Land sowie die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft.

- im Amt Neustrelitz-Land die Gemeinden Godendorf, Wokuhl-Dabelow, Grünow, Möllenbeck, Carpin, Blankensee und die südlich der B 96 liegenden Gebiete der Gemeinde Blumenholz. in der Stadt Neustrelitz die Ortsteile Strelitz-Alt,  Kalkhorst, Domjüch, Fürstensee, Klein Trebbow, Drewin und das Waldgebiet im Osten der Stadt zwischen B 96, Ortsumgehung und B 198

Gefundene Kadaver sollen bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses, vor Ort belassen und verblendet werden. Bei den erlegten Tieren gibt es keine Einschränkungen. Falls das Ergebnis positiv werden sollte und der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest amtlich festgestellt wird, erfolgen alle weiteren Schritte im Rahmen der Seuchenbekämpfung nur nach Maßgabe des Amtstierarztes. Ansonsten können nach dem Vorliegen des negativen Ergebnisses die Kadaver entweder jagdüblich vergraben oder in die bei den Forstämtern stehenden Kadavertonnen entsorgt werden.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden auf der Internetseite des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) www.lallf.de in der Rubrik Tierseuchendiagnostik unter Kennung der Wildursprungsnummer veröffentlicht.

Was ist wichtig für die private Schweinehaltung

Was ist wichtig für die private Schweinehaltung?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Menschen zwar ungefährliche, aber unsere Schweinebestände bedrohende Tierseuche, die sich ausgehend von Osteuropa in den baltischen Nachbarländern und Polen, aber auch in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien stetig ausbreitet. Von dort besteht die große Gefahr des Einschleppens in den deutschen Wildschweinebestand und des Übergreifens auf die gehaltenen Hausschweine.
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nehmen die kleinen Haltungen mit weniger als 20 Schweinen in den letzten Jahren wieder zu. Häufig werden diese Schweine privat zum Eigenverzehr oder für die Direktvermarktung gehalten.
Wichtig ist, dass alle diese Schweinehaltungen den tierseuchenrechtlichen Bestimmungen unterliegen. Das bedeutet, dass alle Schweinehaltungen im Veterinäramt angezeigt werden müssen. Das Verfüttern von tierischen Lebensmittelabfällen ist generell verboten. Sollten die Schweine im Auslauf oder im Freiland gehalten werden, muss der Kontakt zu Wildschweinen sicher unterbunden werden. Dazu ist mindestens eine doppelte Umzäunung mit Unterwühlschutz erforderlich. Schweinehalter, die gleichzeitig zur Jagd gehen, müssen Schweinehaltung und Jagd strikt trennen. Das heißt auch, dass bei der Jagd getragene Kleidung vor Betreten einer Schweinehaltung gewechselt werden muss und bei der Jagd verwendete Ausrüstung nichts im Schweinestall zu suchen hat.
Alle diese Maßnahmen sind erforderlich, um im Falle der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest in den Wildschweinebestand ein Übergreifen der Seuche auf die Hausschweine zu verhindern. Aber auch andere im Wildbestand vorkommende Tierseuchen, wie die Brucellose, können durch direkten oder indirekten Kontakt von den Wildschweinen auf die Hausschweine übertragen werden.
Wir fordern daher nicht gemeldete Schweinehalter auf, die Tierhaltung ordnungsgemäß im Veterinäramt unter der Telefonnummer 0395 57087 3290 anzumelden. Gern beraten wir Sie auch, wie Ihre Schweinehaltung durch gezielte Maßnahmen vor der Einschleppung von Krankheitserregern geschützt werden kann.

Hinweise der unteren Jagdbehörde zur ASP

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die sowohl in Hausschwein- als auch in Schwarzwildbeständen, ähnlich wie bei der Klassischen Schweinepest, innerhalb kurzer Zeit zum Tod der Tiere führt. Impfstoffe sind dafür bisher nicht entwickelt. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und Populationsregulation zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Die untere Jagdbehörde fordert alle Jagdausübenden nachdrücklich dazu auf, sich sofort beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden, sofern sie vermehrt Fallwild beim Schwarzwild auffinden. Proben, vor allem Lymphknoten, Milz, Lunge, Niere sind amtlich untersuchen zu lassen. Was zu tun ist, wenn das Wild gefunden wird, wie die Probenentnahme und – einsendung erfolgt?

Mehr Informationen dazu unter:

Wichtige Links

Dokumente und Formulare